SUSANNE

MY JOURNEY


Was bedeutet Yoga für dich?

Ich kann mich noch gut an meine erste Yogastunde erinnern: Es war nicht die Praxis, die etwas bei mir ausgelöst hat sondern das Shavasana. Die Tatsache einfach nur ruhig liegen zu dürfen, nichts tun zu müssen und einmal nur zu sein, war für mich unglaublich neu und heilend. 

Worin bestand dieses Neue?

In meiner Kindheit spielte Leistung die wichtigste Rolle. Ich wurde immer daran gemessen, wie gut ich in der Schule war, ob ich mich hübsch gemacht hatte und alle Erwartungen erfüllte - nicht daran, dass ich einfach ich selbst war. Dieses „ich selbst“ habe ich erst Anfang 30 durch Yoga kennen gelernt. 

Welche Stationen haben dich bis dahin geprägt?

Mit 19 Jahren beschloss ich, nichts mehr zu essen, weil man dann schön schlank wird und so aussieht, wie es von einem erwartet wird. Mit 24, nach dem Abschluss meines Kommunikationsdesign-Studiums, suchte ich meinen Platz in der Gesellschaft vor allem durch pausenloses Arbeiten. In meiner Freizeit rannte ich weiter: Ich lief (joggte) jeden Tag mindestens eine Stunde, machte intensiv Sport und glaubte, dass ich dies als Ausgleich brauchte. Von dem vielen Stress war ich dünn, also arbeitete ich nebenher als Model. Mit 29 besuchte ich meine erste Yogastunde. Zunächst verwendete ich auch die Yogapraxis, um meinen Körper zu bekämpfen und meinen Perfektionismus weiterzutreiben. Heute sehe ich in meinen Stunden, dass viele Menschen Yoga auf diese Weise nutzen und Gefahr laufen, sich dadurch weh tun. Ich bin überzeugt, dass es dazu nicht da ist. Jeder Mensch muss seinen eigene Weg finden, wie ihm Yoga gut tut, und diesen Weg dann gehen.

Welcher Wegweiser Ist Hier Hilfreich?

Ganz klar der Atem. Die äußere Form, also die Asanas, spielen natürlich auch eine Rolle, aber wichtiger ist der Übergang zu diesen Formen und am wichtigsten die innere Einstellung während des Übens.

Was Hat Sich Über Die Jahre In Deiner Praxis Verändert?

Seit neun Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Yoga. Heute ist alles anders: Yoga lässt mich immer mehr ich selbst sein, lässt mich spüren, was mir gut tut, und verhindert, dass ich in meine selbstzerstörerischen Muster zurück verfalle. Aus eigener Erfahrung bin ich sehr sensibel für mangelnde Selbstachtung und Selbstliebe. Es stimmt mich traurig zu sehen, wie viele Menschen nicht im Frieden mit sich und ihrem Körper sind. Ich bin und war kein Einzelfall. Yoga hat mir die Zeit und den Raum gegeben, mich und meinen Körper zu achten und mich als Teil der Natur wahrzunehmen. Die Geburten meiner beiden Töchter haben mich dem Wunder des Lebens noch näher gebracht. Die Ausbeutung all dieser Ebenen, die in unserer Gesellschaft so verbreitet ist, verstehe ich heute nicht mehr. 

Warum Bist Du Yogalehrerin Geworden?

 Ich unterrichte, weil ich meine Erfahrungen weitergeben will, aber vor allem, weil das Lehren mich dazu zwingt immer und unaufhörlich dranzubleiben und weiter zu lernen, Yoga zu verinnerlichen. Ich wünsche mir, dass ich die Teilnehmer in meinen Stunden ihren Körper und damit ihren eigenen Wert spüren lasse, ihre wahre Natur und deren ganz eigene Schönheit.

Susanne Meier ist zertifizierte Jivamukti-Yogalehrerin und absolviert derzeit die Ausbildung im Anusara Yoga. Interview von Christina Raftery

 


CURICULUM VITAE


1976: geboren am 21.Oktober

1996: Abitur

1997-2001: Studium des Kommunitationsdesign. 2001 Master of Arts in European Media

2001- 2006: Selbstständige Kommunikationsdesignerin in Medien und Film

2005: Erste Yogastunde

2005: Yogalehererausbildung bei Shivananda Yoga

2007: Jivamukti Yoga Teachertraining in New York bei Sharon Gannon und David Life ( 300 Stunden)

2008-2009: Jivamukti Apprenticeship bei Petros Haffenrichter und Gabriela Bozic im Yoga Loft München ( 800 Stunden )

2009: Geburt meiner Tochter Emma

2010: Kinderyoga-Ausbildung bei Yoga Kids

2011-2012: Anusara Immersions bei Barbra Noh (108h)

2012: Geburt meiner Tochter Ida

2014-2015:  Anusara Teacher Training bei Barbrah Noh (200 Stunden).

2015: Therapy Training bei Barbra Noh

2016: Anusara Inspired Zertifizierung

2017: Verschiedene Weiterbildungen bei Noah Mazé, Elena Brower, Rod Stryker , Max Strom und Angela Farmer

2018: Umzug in die Schweiz

2018-19: Teachertraining bei Noah Mazé in Berlin (300 Stunden).


Workshops und Retreats bei: Noah Mazé, Angela Farmer, Max Strom, Elena Brower, Katchie Ananda, Mark Holzman, Gurmukh Kaur Khalsa, Brian Kest, Barbrah Noh, Patrick Broome, Petros Haffenrichter, Gabriela Bozic, uvm…

Ich danke all meinen Lehrern und den Lehrern meiner Lehrer von Herzen für meinen Weg.



YOGA

THE PRACTICE OF EMBRACING REALITY


Yoga heißt „Einssein” oder „sich verbinden”. Es war ursprünglich eine Wissenschaft des Geistes, sie hat sich seit Jahrtausenden in ihren verschiedenen Strömungen und Richtungen stetig entwickelt und verändert.Wenn wir heute von Yoga sprechen, meinen wir in der Regel Hatha Yoga – ein System, das sich mit der Energie und dem Energiefluss im Menschen beschäftigt. Yoga wirkt auf unser Nervensystem, auf die Atmung, die Muskulatur und das Hormonsystem. Durch das Praktizieren der Asanas (Yogastellungen) werden Kraft und Flexibilität, aber auch innere Ruhe und Stabilität gefördert. Anusara® Yoga ist eine moderne Stilrichtung des Hatha Yoga und wurde 1997 von dem Amerikaner John Friend begründet. Das besondere daran ist, dass hier der Anatomie und den Gewohnheiten des westlichen Menschen Rechnung getragen wird. Beruhend auf den Erkenntnissen der Biomechanik und der Bioenergetik wurden sehr genaue Ausrichtungsprinzipien (universal principles of alignment) entwickelt. Sie verhindern Verletzungen. Haltungsschäden, die unsere Lebensweise hervorruft, können positiv beeinflusst werden.Im Anusara® Yoga gibt es keine Dogmen und keine Belehrungen. Statt dessen wird jeder Einzelne dabei unterstützt, seinen Körper besser zu verstehen, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu verschieben. Die lebensbejahende und herzorientierte Philosophie des Anusara® Yoga wurzelt im Tantra des kashmirischen Shivaismus.